10.02.2020
Sona BLW meldet Insolvenz an

Standort am Frankfurter Ring mit 500 Beschäftigten betroffen

Der Automobilzulieferer Sona BLW Präzisionsschmiede mit einem Werk in München hat Insolvenz angemeldet. Diese solle in Eigenverwaltung erfolgen, um das Unternehmen zu sanieren und neu aufzustellen, teilt die Firma mit. Fast 500 Menschen arbeiten am Frankfurter Ring in München für Sona, bundesweit sind es rund 1300.

Letzte Woche informierte die Geschäftsführung die Mitarbeiter in einer Belegschaftsversammlung über den Schritt. Das Unternehmen müsse restrukturiert werden um zukunftsfähig zu werden. „Wie? Das wurde uns nicht mitgeteilt.“, so der Betriebsratsvorsitzende Hans-Georg Kanz, „Wir als Betriebsrat werden gemeinsam mit der IG Metall alles tun, um die Arbeitsplätze am Standort München zu sichern und den Kolleginnen und Kollegen eine Zukunftsperspektive zu geben.“

Bereits 2008 war Sona schon einmal kurz vor der Insolvenz. Ein von der IG Metall ausgehandelter Sanierungstarifvertrag brachte die Rettung. Die Mitarbeiter verzichteten auf einen Teil des Weihnachts- und Urlaubsgeldes und leisteten unentgeltliche Überstunden. „Diese Investition der Beschäftigten in den Fortbestand des Betriebes darf jetzt nicht vergessen werden. Wir erwarten deshalb ein Konzept zur Neustrukturierung, das für alle Standorte tragbar ist und Arbeitsplätze sichert.“, fordert Sascha Wojtkowski von der IG Metall.

Für die IG Metall ist das Traditionsunternehmen ein wichtiger Betrieb: Die Belegschaft ist mit über 90% Gewerkschaftsmitgliedern hervorragend organisiert und mit ihrem Betriebsratsvorsitzenden im Ortsvorstand der IG Metall München vertreten. Die Mitglieder werden in Sammelberatungen im Betrieb und individuell in der Geschäftsstelle der IG Metall beraten.

Zu Sona BLW:
Die Sona BLW Präzisionsschmiede mit Standorten in München, Duisburg und Remscheid stellt Stahlteile für verschiedene Geschäftsfelder her. Die an den Pressmaschinen in Millimeterarbeit gefertigten Schmiedestücke werden in Autos, Lastwagen, Agrar- und Baumaschinen oder in Bahnen eingebaut. Im Jahr 2008 hatte ThyssenKrupp die Präzisionsschmiede GmbH mit den Standorten Duisburg, Remscheid und München an den indischen Maschinenbaukonzern Sona Group verkauft.

Kontakt
Für Rückfragen steht Ihnen Sascha Wojtkowski, Gewerkschaftssekretär, 01605331066 zur Verfügung.

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gedruckt am 04.06.2020 / IG Metall München