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27.08.2019
Massenentlassung bei Ex-Siemens-Betrieb

Die Linke unterstützt den Münchener Betriebsrat gegen die Massenentlassung bei Infinera/Coriant

Prominenter Besuch beim Betriebsrat von Coriant/Infinera in München: Susanne Ferschl, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag, und Landessprecher Ates Gürpinar informierten sich über die Pläne zur angedrohten Massenentlassung am Standort München: Infinera will 163 Beschäftigte entlassen - oder gar alle 224, falls der Betriebsrat nicht bis Ende September einer Namensliste zustimmt, mit der die Teilschließung des Betriebs im Sinne des Arbeitgebers umgesetzt werden kann. „Keine Frage, dass wir es hier mit einer miesen Erpressung zu tun haben“, sagte die Bundestagsabgeordnete Ferschl und ergänzte: „Ich war selbst 20 Jahre Betriebsrätin und weiß, in welch schlimmer Situation sich die Betriebsräte hier in München befinden.“

 

Infinera hatte den aus dem ehemaligen Siemens-Bereich Optische Netze hervorgegangenen Konkurrenten Coriant im Oktober 2018 übernommen. Im Januar 2019 verkündete Infinera zuerst die Schließung des Produktionsstandorts in Berlin mit 400 Beschäftigten und dann im Juli die Entlassung von mindestens 75% der Beschäftigten am Forschungs- und Entwicklungsstandort München. Ates Gürpinar fasst zusammen: „Ein US-amerikanisches Unternehmen kauft einen Konkurrenten, entlässt die Kolleginnen und Kollegen in Deutschland und verlagert die Arbeitsplätze nach Thailand und anderswo: All das ist hier nach wie vor unter der Überschrift Globalisierung möglich.“

 

Infinera hat wichtige Kunden bei der bundesdeutschen Regierung. Daher hat Die Linke im Bundestag Anfang dieses Jahres Auskunft von der Bundesregierung gefordert, ob die Auslagerung der Fertigung sensibler IT-Netzwerkkomponenten ins Ausland die Netzwerksicherheit der Bundesbehörden gefährde. Susanne Ferschl sagte zu, dass sich die Linke die im Bundestag gestellten Fragen erneut vornehmen werde, da es nunmehr nach dem Produktionsstandort um die Schließung des letzten Standorts von Infinera in Deutschland gehe. Dabei gehe es auch um die Frage, ob die Übernahme von Coriant durch Infinera vom Bundeswirtschaftsministerium aktuell geprüft werde.

 

„Wir in München können jede Unterstützung gut gebrauchen“, bedankte sich Ulrich Kleiner, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Coriant/Infinera: „Wir werden mit der Linken in Kontakt bleiben und auch weiterhin versuchen, Unterstützung bei der Politik zu gewinnen, um sozialverträgliche Lösungen für unsere Kolleginnen und Kollegen zu erreichen.“

Der Betriebsrat hat bei Open Petition eine Petition für den Erhalt der 224 gefährdeten Arbeitsplätze gestartet, die man hier unterstützen kann: https://www.openpetition.de/!gzbvn

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