24.07.2019
Belegschaft in Sorge

Kahlschlag bei Glasfaserspezialisten Coriant/Infinera in München geplant

Unter Androhung der Entlassung aller Beschäftigten zwingt der US-Konzern Infinera die Münchner Betriebsräte zu Restrukturierungen. IG Metall und Betriebsrat fordern sozialverträgliche Maßnahmen, sowie Perspektiven für die Beschäftigten.

Ziel der Restrukturierung soll es sein 163 der bisher 224 Beschäftigten in München zu entlassen. Der Münchner Standort soll künftig ein reiner Forschungs- und Entwicklungsstandort werden, sowie Kunden der öffentlichen Hand bedienen. Ebenso ist geplant laufende öffentlich geförderte Projekte am Standort zu belassen. Klassische Maßnahmen zum sozialverträglichen Umbau des Unternehmens sind nicht
gewünscht.

Das Unternehmen pocht auf eine sogenannte „Namensliste“, die betriebsbedingte Kündigungen erheblich erleichtert. Dieser Liste soll der Betriebsrat bis Ende September zustimmen, sonst werde der Standort vollständig abgewickelt. Ein etwaiger finanzieller Rahmen für Abfindungen werde dann erheblich kleiner. Scheitern die Verhandlungen, kündigt das Unternehmen an, den Betrieb nach einer Stilllegung an einem anderen Ort neu aufzubauen.

Gewerkschaftssekretär Daniele Frijia erläutert die zugespitzte Situation: „Der enge Zeitplan im Sommer und die Drohung den Standort stillzulegen sind keine Voraussetzungen für vertrauensvolle Verhandlungen.“ Frijia weiter: „Die Belegschaft ist in Sorge und verlangt faire Verhandlungen, statt einem Totalangriff auf die langjährig Beschäftigten.“

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gedruckt am 13.11.2019 / IG Metall München