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24.08.2017
Aus Angst zur AfD

In einem Monat ist Bundestagswahl. Den Prognosen zufolge ist die AfD mittlerweile deutlich zurückgefallen, schafft aber immer noch den Einzug ins Parlament. Eine aktuelle Studie findet Ursachen auch im Arbeitsleben.

Stark verunsichert: Große oder sehr große Sorgen machen sich Wähler_innen über ... (Grafik: Hans-Böckler-Stiftung)

Laut jüngsten Umfragen rutscht die AfD zwar aus unterschiedlichen Gründen weiter ab und würde demnach zumindest hinter allen anderen im Bundestag vertretenen Parteien landen. Dennoch bleibt die Frage, warum immerhin sieben Prozent (Prognose 17.08.) der Wähler_innen ihre Stimme einer Partei geben, die außer Fremdenfeindlichkeit und einem rechtsideologischen Sammelsurium unausgegorener Ideen nichts zu bieten hat.

Aus Gewerkschaftssicht doppelt nachdenklich stimmt in diesem Zusammenhang, dass Zahlen der Hans-Böckler-Stiftung zufolge offenbar Gewerkschaftsmitglieder im gleichen Maße wie Nichtmitglieder betroffen sind. Am neunten August stellte die Stiftung eine durch sie geförderte Studie auf der Basis neuer repräsentativer Befragungsdaten vor, die einige Antworten liefert: "Kontrollsorgen, Abstiegsangst, Angst vor Arbeitslosigkeit und Verunsicherung über die Zukunft fördern nachweislich den Zulauf zu Rechtspopulisten", fasste der DGB-Vorsitzende und Stiftungsvorstand Reiner Hoffmann zusammen.

Das zentrale Motiv, die AfD zu wählen, ist der Untersuchung zufolge die subjektive Unzufriedenheit mit der eigenen Situation. Mit der objektiven Lage muss dies nicht unbedingt etwas zu tun haben, erklären die Soziologen: Die Betroffenen "befinden sich überwiegend nicht in einer finanziell prekären Situation, aber sie fühlen sich vor möglichen Krisen in der Zukunft nicht ausreichend geschützt" und haben ein "Gefühl persönlicher Zurücksetzung" in der Gesellschaft. Mit 67 Prozent ist in dieser Gruppe der Anteil derer, die sich Sorgen um ihre persönliche Zukunft machen, entsprechend deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung (46%).

Deutlich über dem Durchschnitt liegt unter AfD-Sympathisanten auch die Zustimmung zu Aussagen wie "Durch die Digitalisierung wird die Überwachung und Kontrolle meiner Arbeitsleistung immer größer", "Ich stecke in unsicheren Billigjobs fest" und "Dass ich für meinen Arbeitgeber leichter erreichbar bin, bedroht mein Privatleben".

Hoffmann formulierte, mit welchen politischen Zielen die DGB-Gewerkschaften diesen Erkenntnissen begegnen: "Mehr Sicherheit im Betrieb mit Tarifverträgen und einer starken Mitbestimmung, und eine Ordnung auf dem Arbeitsmarkt, die Gute Arbeit fördert und sichert, also prekäre Beschäftigung wie Leiharbeit eingrenzt und sachgrundlose Befristung abschafft. Wer noch mehr Zeitarbeit will, mehr Befristung oder die Arbeitszeit deregulieren will, wer nicht mal die Begriffe Tarifvertrag und Mitbestimmung im Wahlprogramm verankert hat, hat nicht verstanden, was auf dem Spiel steht."


» ausführliche Zusammenfassung der Studie und ihrer Ergebnisse, statistische Hinweise und weiterführende Links bei der Hans-Böckler-Stiftung

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