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28.01.2017
Vom Wiederaufbau zur Arbeit 4.0

Die IG Metall Bayern begeht in diesem Jahr ein wichtiges Jubiläum: Gegründet auf dem Verbandstag in München vom 28. bis zum 30. Januar 1947, wird sie 2017 stolze 70 Jahre alt.

Die IG Metall Bayern veröffentlicht im Frühjahr 2017 ein Buch über ihre 70jährige Geschichte.

War Gewerkschaftsarbeit in den ersten Nachkriegsjahren noch durch die Grundbedürfnisse – Essen, Trinken, Wohnung, Heizen – geprägt, rückten bald der Wiederaufbau einer starken Organisation und die Errichtung von Betriebsratsstrukturen in ihren Mittelpunkt.

Wenige Monate nach der bayerischen IG Metall, im Juli 1947, gründete sich mit dem vbm ihr Pendant auf der Arbeitgeberseite. Damit war die Grundlage für tarifliche Auseinandersetzungen gelegt; schon im Februar 1949 gab es den ersten großen Streik in der Metall- und Elektroindustrie in Bayern nach dem Krieg. 15.000 Streikende setzten eine Erhöhung des Stundenecklohns um 9 Pfennig und eine Einmalzahlung von 20 bis 24 Mark durch.

In den 50ern und 60ern wurden die Auseinandersetzungen zunehmend schärfer, eine Entwicklung, die 1954 mit dem "Bayernstreik" in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie zum Tiefpunkt der Beziehungen zwischen den Tarifparteien führte. Die schmerzhafte Niederlage der IG Metall Bayern in einer harten Auseinandersetzung wirkte über das eigentliche Ergebnis hinaus über Jahrzehnte hinweg tarifpolitisch nach.

Vollständig überwunden wurde dieses Trauma jedoch spätestens mit dem zweiten "Bayernstreik" im Jahr 1995. Geführt durch den langjährigen Bezirksleiter Werner Neugebauer wurde nicht nur ein gutes Ergebnis erreicht, sondern auch das Bild einer starken, durchsetzungsfähigen IG Metall Bayern erneuert. Über zahlreiche und regelmäßige Engelterhöhungen hinaus erreichte sie mit ihrer Tarifpolitik in der Folge auch etliche Verbesserungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen. Die Liste ist lang und setzt sich bis ins Heute fort: 5 Tage Woche, 35 Stunden Woche, 6 Wochen Jahresurlaub, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, zusätzliche Freistellungstage, bezahlte Pausen im 3-Schichtbetrieb, Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmer, Altersteilzeit, unbefristete Übernahme der Auszubildenden, Rechtsanspruch auf Weiterbildung und vieles mehr zeugen von der Kraft der IG Metall in Bayern.

Neben dem betrieblichen und tariflichen Rahmen spielt die IG Metall Bayern auch auf der politischen und gesellschaftlichen Ebene eine wichtige Rolle als Gegengewicht zu zügellosem Neoliberalismus und dem Druck zu Privatisierung, Deregulierung und Umverteilung von unten nach oben. Nach dem Fall der Mauer trat die Globalisierung ihren Siegeszug an, um die soziale Marktwirtschaft schrankenlosem Kapitalismus unterzuordnen; der Widerstand gegen diesen Trend ist seitdem eine zentrale Aufgabe, die trotz einiger Rückschläge wie der Agenda 2010 unter dem Strich erfolgreich erfüllt wurde.

Wie wichtig diese Arbeit war und ist, zeigte sich nicht zuletzt während der großen Wirtschaftskrise 2008/2009, als der vielgepriesene freie Markt sich selbst in die Katastrophe steuerte. Die verantwortungsvolle Politik der IG Metall trug auf Grundlage des Mitbestimmungsmodells und der Regulierung durch Tarifverträge maßgeblich dazu bei, die verheerenden Folgen dieser Krise abzufedern.

Heute sieht sich die IG Metall Bayern neben der Tarifpolitik unter anderem vor der Aufgabe, die richtigen Weichen für die Zukunft der Arbeit zu stellen. Digitalisierung und Industrie 4.0 krempeln die Berufs- und damit auch die Lebenswelt der Beschäftigten um, gleichzeitig verändern sich ihre eigenen Anforderungen. Damit diese Umwälzungen nicht zu ihrem Nachteil geraten, muss die Arbeit der Zukunft im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gestaltet werden.

Mit dem sechsten Anstieg ihrer Mitgliederanzahl auf nunmehr über 376.000 ist die IG Metall Bayern für diese und andere Herausforderungen der Zukunft hervorragend aufgestellt und entschlossen, ihre Erfolgsgeschichte fortzusetzen.

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IG Metall München

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