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29.07.2010

Von: HR

Zunahme von Leiharbeit ein Ärgernis

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, hat den mit anziehender Konjunktur einhergehenden Anstieg der Leiharbeit und deren Missbrauch als Kostenfaktor in den Unternehmen als "Ärgernis" kritisiert. Die Bundesagentur für Arbeit hatte zuvor gemeldet, dass die Arbeitgeber im Juni für mehr als ein Drittel aller neuen Stellen Leiharbeiter suchten.

Gleiche Arbeit? Gleiches Geld!

Anteil der Leiharbeit legt weiter zu

Insgesamt hat sich nach den Zahlen der BA die Menge der Stellenangebote in der Leiharbeit seit Jahresanfang mehr als verdoppelt, andere Beschäftigungsangebote hingegen stiegen nur um ein Drittel. Der Anteil der Leiharbeit an allen neuen Arbeitsplätzen wuchs entsprechend von 25 Prozent im Januar auf 35 Prozent im Juni - mehr als jede dritte neue Stelle wälzt also mittlerweile alle Nachteile auf den Beschäftigten ab.

Gleiche Bezahlung und Umwandlung in feste Beschäftigung

Wechsler erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, auch in der Metall- und Elektrobranche würden Neueinstellungen aktuell fast ausschließlich über die Leiharbeit vorgenommen. Den Arbeitgebern gehe es dabei nicht um Flexibilität, sondern vor allem um Kostensenkungen. Die IG Metall stemmt sich gegen diesen Trend und setzt ihm die Forderung nach gleicher Bezahlung für gleiche Tätigkeiten sowie die Umwandlung von Leiharbeitsplätzen in feste Beschäftigungsverhältnisse entgegen. Als sinnvolle Frist dafür nannte Wechsler 18 Monate, wie beispielsweise bei Siemens schon vor einem Jahr mit einer Gesamtbetriebsvereinbarung festgelegt. Feste Quoten von Leiharbeitern in den Betrieben hingegen bewertet er als wenig sinnvoll und bevorzugt statt dessen Regelungen, die den individuelle Bedingungen in den Betrieben Rechnung tragen.

Missbrauch als Kostenbremse

Mit Blick auf die eben erst nachlassende Krise, die Kurzarbeit in vielen Unternehmen nötig machte, kann Wechsler zwar nachvollziehen, dass sich Arbeitgeber mit Einstellungen erst einmal zurückhalten. Beträgt allerdings der Anteil der Leiharbeitskräfte in manchen Belegschaften über 30 Prozent, hat das mit dem Wunsch nach Flexibilität nichts mehr zu tun, sondern belegt den Missbrauch der Leiharbeit als Kostenbremse: Ein ausgelernter Facharbeiter verdient 2.200 bis 2.400 Euro brutto pro Monat, ein Leiharbeiter mit vergleichbarer Qualifikation erhält für die selbe Arbeit meist höchstens 1.500 Euro.


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