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13.08.2010

Von: HR

Bundesagentur sieht Zuwanderungsvorschlag skeptisch

Unerwartete Unterstützung für die Gewerkschaften: Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur, will erst einmal das in Deutschland vorhandene Potenzial nutzen, bevor im Ausland um Fachkräfte geworben wird: "Wir können nicht zulassen, dass Menschen in Arbeitslosigkeit sind, nur weil ihre Talente nicht genutzt werden."

Dämpfer für Brüderle

Weises Statement in der "Financial Times Deutschland" findet auch beim bayerischen Ministerpräsident Horst Seehofer Zustimmung: "Die richtige Schrittfolge ist, möglichst viele Menschen in Arbeit zu bringen, die heute noch ohne Arbeit sind. Die Themen sind zuerst: Bildung, Qualifikation, Fortbildung." Damit erhält Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle, der vor Kurzem mehr Zuwanderung forderte, um den Fachkräftemangel aufzufangen, gleich einen doppelten Dämpfer.

Appell an Unternehmen

Weise appelliert im Gegensatz dazu an die Unternehmen, ihren Bedarf selbst aktiv anzugehen: "Wer qualifizierte Kräfte haben und halten will, muss etwas bieten - das können die Unternehmen selbst gestalten, da braucht man nicht nach dem Gesetz zu rufen." Ansatzpunkte sieht er unter anderem bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Qualifizierungsanforderungen.

Kritik an Trend zum Niedriglohn

Obwohl der BA-Chef im Gegensatz zu den Gewerkschaften die Leiharbeit an sich aufgurnd ihres Anteils an der Gesamtbeschäftigung noch als unproblematisch einstuft, teilt er zu guter Letzt eine weitere Sorge: "Dass ganze Betriebsteile ausgegliedert werden, um sich Flexibilität zu verschaffen, auch, um in andere, niedrigere Tariflöhne zu kommen. Wenn sich das so entwickelt, dann ist das ein Thema für Tarifverhandlungen, oder, wenn es zu extrem niedrigen Löhnen und schlechten Rahmenbedingungen kommt, auch Sache des Gesetzgebers."


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