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24.01.2012

Von: HR

Gestärkt in die Tarifrunde

Die IG Metall geht mit viel Selbstbewusstsein in die Metall- und Elektrotarifrunde 2012. In der Mitgliederentwicklung ist die Trendwende geschafft, die finanzielle Situation ist besser denn je - nun gilt es, mit diesen Erfolgen im Rücken faire Ergebnisse für die Menschen in den Betrieben zu erkämpfen.

2.245.000 Mitglieder bundesweit, fast 358.000 in Bayern

Erstmals seit rund zwanzig Jahren konnte die IG Metall zum Jahresende einen Mitgliederzuwachs verbuchen, wie ihr Erster Vorsitzender Berthold Huber am Freitag in Frankfurt bekannt gab.  Am Jahresende hatte die IG Metall über 2.245.000 Mitglieder, und damit rund 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Die IG Metall Bayern trägt dazu in erheblichem Maß bei: Sie nahm im Jahr 2011 weit über 6.000 Menschen mehr auf, als sie durch Austritte etc. verlor und zählt insgesamt knapp 358.000 Mitglieder. Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, stellte die ebenfalls positive  Finanzentwicklung dar. Die Beitragseinnahmen beliefen sich 2011 auf 459 Millionen Euro - ein Rekordergebnis in der Geschichte der IG Metall.

Ergebnisse von 2011 fließen in Tarifrunde ein

Aus dieser Position der Stärke heraus geht die IG Metall ihre politischen Ziele und die der Tarifrunde 2012 an. In den Verhandlungen für den größten deutschen Industriezweig sollen die sehr guten Betriebsergebnisse von 2011 berücksichtigt werden, erklärte Huber, vor allem da beim langfristigen Tarifabschluss 2010 niemand die schnelle wirtschaftliche Erholung habe absehen können. Damals traten die Beschäftigten zur Sicherung ihrer Arbeitsplätze in Vorleistung, was sich in der Krise als wesentlicher Stabilitätsanker erwies. Im aktuellen Aufschwung ist eine faire Einkommenserhöhung vor diesem Hintergrund umso stärker gerechtfertigt.

Weiter gegen prekäre Beschäftigung

In der Tarifrunde - und über sie hinaus - wird die IG Metall außerdem nachdrücklich und konsequent gegen die Ausweitung von Leiharbeit und Werkverträgen sowie für eine wirksame Regulierung der Finanzmärkte eintreten. Huber betonte, insbesondere der Niedriglohnsektor bremse jede gesamtwirtschaftliche Dynamik und sei die Ursache für die insgesamt zu schwache Lohnentwicklung in Deutschland: "Daraus ergibt sich für die IG Metall der Auftrag, weiter an der Forderung nach einer fairen Ordnung auf dem Arbeitsmarkt festzuhalten."

Finanzmarktabgaben gefordert

Mit Blick auf die Krise erklärte er, die Probleme in Europa seien nur mit einer gemeinsamen Wirtschaftsregierung der EU zu lösen, die über wirksame Handlungsinstrumente und die Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger verfüge. In diesem Zusammenhang unterstrich er die Forderung nach der Einführung von Finanzmarktabgaben: "Nicht nur auf der Ausgaben-, sondern auch auf der Einnahmenseite der EU-Länder stehen Korrekturen an. Für rund 50 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen in der EU könnten allein eine Finanztransaktionssteuer und eine Bankenabgabe sorgen."


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