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19.01.2012

Von: HR

Konzept für manroland

Der Gläubigerausschuss der manroland AG hat am Mittwoch beschlossen, das Unternehmen zu zerschlagen. Der Augsburger Stammsitz wird an die Lübecker Possehl-Gruppe verkauft, die Werke Plauen und Offenbach werden vorerst von Management und Insovenzverwalter weitergeführt. Trotz des bitteren Verlustes von 2.200 Stellen trägt die Arbeitnehmerseite das Konzept grundsätzlich mit.

Insgesamt werden von bislang rund 4.700 Arbeitsplätzen in Deutschland nur etwa 2.500 erhalten bleiben. Am härtesten trifft der Abbau den Standort Offenbach, wo 1.000 Stellen entfallen. In Augsburg sollen von rund 2.200 zirka 700 gestrichen werden, in Plauen 390 von 680. Für Plauen sichert Possehl mit der Übernahme des Augsburger Werkes langfristige Lieferbeziehungen zu, die eine Auslastung sicherstellen sollen. Auch eine spätere Beteiligung steht nach Angaben des Insolvenzverwalters in Aussicht.

Das Werk Offenbach soll wie Plauen von Management und Insolvenzverwalter übernommen und saniert werden, bis ein Investor gefunden wird. Dazu ist eine Bürgschaft der hessischen Landesregierung nötig, die sich grundsätzlich dafür offen zeigte.

Langfristigen Perspektiven mit industriellen Lösungen

Jürgen Kerner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von manroland, bewertet die Entscheidung als "erste Teillösung" und erklärte: "Jetzt müssen sich alle Anstrengungen darauf richten, auch für die anderen Standorte tragfähige Lösungen für eine langfristige Fortführung zu finden. Auch hier gilt unsere Forderung nach industriellen Lösungen und langfristigen Perspektiven für die Mitarbeiter."

Betroffene nicht im Regen stehen lassen

Die IG Metall forderte die Politik und die Unternehmen in den betroffenen Regionen auf, die Anstrengungen für diejenigen Beschäftigten zu unterstützen, die keine Perspektive bei manroland haben, so Kerner: "Für sie sind Brücken zu bauen, die ihnen eine Chance auf eine neue Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt eröffnen. Hier sind die politischen Akteure und die Unternehmen in den betroffen Regionen gefordert."

Abfuhr für US-Finanzinvestor

Die Alternative zu diesem Konzept wäre eine Gesamtübernahme durch den US-Investor Platinum Equity gewesen. Der Insolvenzverwalter erklärte allerdings, dieser habe kein Beschäftig ungskonzept gehabt. Auch die IG Metall schätzt das industrielle Engagement von Possehl als langfristig tragfähiger ein. Dass manroland nicht als ganzes erhalten bleibt, bezeichnete Kerner als tragisch; nun jedoch muss der längerfristige Erhalt von möglichst vielen Arbeitsplätzen im Mittelpunkt stehen.


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