16.01.2012
Von: HR
Zwei Bieterkonzepte für manroland
Im Ringen um die Zukunft von manroland zeichnet sich eine Entscheidung ab, die voraussichtlich am Mittwoch fallen wird. Die Augsburger IG Metall hat am Montag davor gewarnt, vorschnell einer Lösung den Vorzug zu geben, die vor allem die Erfüllung offener finanzieller Forderungen der Gläubiger in den Mittelpunkt stellt.
Insolvenzverwalter Werner Schneider erklärte laut Medienberichten zu Wochenbeginn, es könnten mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" alle drei deutschen manroland-Standorte erhalten werden. Es lägen zwei Bieterkonzepte vor, über die er für Mittwochnachmittag eine Einigung mit Gläubigern und Banken erwarte. Erst dann könne man auch mit den Arbeitnehmervertretern über die endgültigen Zahlen für einen Stellenabbau sprechen.
Lösungen für die Beschäftigten ...
Die IG Metall Augsburg hat in dieser Situation mit einer Pressemitteilung ihre Forderung nach "Lösungen für die Beschäftigten, nicht für die Banken" unterstrichen. Nach ihren Informationen hat ein amerikanischer Finanzinvestor eine dreistellige Millionensumme für alle drei manroland-Standorte geboten, ohne jedoch konkrete Aussagen zur Fortführung und zu den Personalzahlen zu machen. Der "Augsburger Allgemeinen" zufolge handelt es sich bei dem Investor um "Platinum Equity".
Parallel hat ein deutscher Investor Kaufabsichten für den Standort Augsburg bekundet, bei dem unter Vorlage eines nachvollziehbaren Konzeptes und konkreter Planungsdaten von einer langfristigen Fortführung des Rollenbereiches auszugehen wäre.
... statt schneller Kasse für die Banken
Christiane de Santana, erste Bevollmächtigte der IG Metall Augsburg, betont vor diesem Hintergrund die Bedeutung einer langfristig tragfähigen Lösung: "Wir fordern die für den Standort und die Beschäftigten in Augsburg die beste Lösung und Sicherung der Arbeitsplätze. Es ist aus unserer Sicht unakzeptabel, dass bei dem amerikanischen Angebot wieder nur das schnelle Geld - und dies vor allem für die Banken - das ausschlaggebende Kriterium sein soll."
Die Arbeitnehmerseite fordert den Insolvenzverwalter daher auf, bei der Gläubigerausschusssitzung beide vorliegenden Angebote als vergleichbar nebeneinander zu stellen. So würden nicht nur der Kaufpreis, sondern auch die Personal- und Fortführungskonzepte maßgeblich zur Entscheidungsfindung beitragen.