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31.08.2010

Von: HR

Entgeltzuwächse - für Menschen und Konjunktur

Vergangenen Freitag beschloss die IG Metall in NRW eine Forderung von sechs Prozent für die kommende Tarifrunde in der Stahlbranche - einschließlich einer entsprechenden Signalwirkung für andere Bereiche. Spätestens jetzt erobert die Lohndebatte die Schlagzeilen.

Auch die "Bild am Sonntag" mochte da nicht zurückstehen. Wie gewohnt versucht das selbsternannte "Sprachrohr des kleinen Mannes", die an sich komplexe Thematik in den kleinstmöglichen Rahmen zu zwängen. Das Ergebnis: Der erste IG Metall-Vorsitzende Berthold Huber und Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser äußern ihre Kurz-Statements zur aktuellen Diskussion.

"Arbeitnehmer müssen etwas vom Aufschwung abbekommen"

Huber bringt die Arbeitnehmersicht mit 608 Zeichen unter der Überschrift "Arbeitnehmer müssen etwas vom Aufschwung abbekommen" auf den Punkt. Höhere Löhne sind demnach gerecht und vernünftig, weil sie sowohl den Menschen zugute kommen, als auch der Konjunktur. Während in der M+E-Industrie die Einkommen auf Basis des Tarifabschlusses von 2009 ab April 2011 um 2,7 Prozent steigen, fordert die IG Metall für die Beschäftigten der Stahlindustrie jetzt einen fairen Anteil - nämlich sechs Prozent mehr. Außerdem weist Huber auf die Leiharbeiter und Niedriglöhner hin, die besonders dringend mehr Geld in der Tasche brauchen. Das Fazit: "Ein Kurswechsel für mehr Gerechtigkeit ist das Gebot der Stunde: Dazu gehört auch eine faire Einkommensverteilung."

"Aufschwung noch auf wackeligen Beinen"

Kannegiesser fasst sich mit 598 Zeichen noch einen Hauch knapper. Erwartungsgemäß spielt er die alte Leier des zarten Konjunkturpflänzchens und argwöhnt, nach der Krise stehe der "Aufschwung noch auf wackeligen Beinen". Er beschwört das gemeinsame Krisenmanagements von Belegschaften und Unternehmen und hätte es am liebsten, in dieser Richtung weiterzumachen: "In diesem Sinne ist unser Tarifabschluss vom März angemessen und vertretbar - zwei Pauschalzahlungen für dieses Jahr und ab Frühjahr 2011 eine Erhöhung von 2,7 Prozent."

Ende der Bescheidenheit

Zur Stahlrunde schweigt Kannegiesser sich aus, im Gegensatz zum zuständigen Arbeitgeberverband Stahl in NRW. Der wies die Forderung der IG Metall postwendend als "nicht zu erfüllen" zurück und klagte enttäuscht: "Mit der Sechs-Prozent-Forderung hat die IG Metall das Ende der Bescheidenheit tatsächlich erreicht."


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